Stendal

Die Hansestadt Stendal war und ist die größte Stadt der Altmark. Sie liegt im Norden Sachsen-Anhalts in einer an Naturschönheiten reizvollen Landschaft im Uchtetal. Stendals historische Altstadt ist ein Flächendenkmal mit der beachtlichen Ausdehnung von 94 ha. Die Hansestadt besitzt neben Geschichte auch interessante Geschichten und viele imposante Gebäude aus der Zeit der Backsteingotik. Diese Baudenkmäler erinnern an den einstigen Reichtum und an die Bedeutung der alten Hansestadt. Wenn Sie durch die Stendal wandern, finden Sie Informationstafeln vor den einzelnen Sehenswürdigkeiten und Bauwerken. Wenn Sie auf den historischen Pfaden gehen wollen, erfahren Sie, dass Stendal einen großen, früher von einer Stadtmauer umgebenen, Stadtkern besitzt. Dieser Stadtraum will erkundet sein. Nehmen Sie sich etwas Zeit und Muße für die Spurensuche auf den Wegen der Backsteingotik. Lassen Sie sich zu einem Gang durch die über 800-jährige Geschichte unserer schönen Stadt einladen, es gibt viel zu sehen und zu entdecken! 

Marktplatz

Ihr Rundgang beginnt auf dem Marktplatz im historischen Zentrum Stendals. Albrecht der Bär, Markgraf von Brandenburg, gründete diesen Markt um 1160/65. Er stattete seine Stadt Stendal mit dem berühmten Magdeburger Recht aus, das heißt: Stadtrecht, Zollfreiheit, das Recht Münzen zu prägen und andere Privilegien. Eine günstige Verkehrslage und vielfältige Handelsverbindungen zu Nord- und Ostseestädten ließen Stendal rasch zur angesehenen und größten Stadt der Mark Brandenburg werden. Das beeindruckende Marktplatzensemble, mit Rathaus, Roland und Marienkirche kündet noch heute vom Reichtum der alten Hansestadt, es gehört zu den schönsten im norddeutschen Backsteinraum.

Rathaus

Das Rathaus ist über mehrere Jahrhunderte gewachsen. Die Gerichtslaube, der älteste Backsteinbau, entstand Ende des 14. Jahrhunderts. Der eingewölbte Keller darunter diente damals als Kaufhaus. Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete die Gewandschneidergilde den hinteren, langgestreckten Trakt des Gewandhauses. Hinter dem Renaissanceportal liegt das ehemalige Treppenhaus. Der vorgelagerte Corpsflügel wurde zum Ende des 15. Jahrhunderts mit typischen Schweifgiebeln im Renaissancestil erbaut. In der Dachschräge sehen Sie reizvolle kleine Zwerchhäuser. Erst Ende des 19. Jahrhunderts ergänzte man den linken Trakt im Stil der Neorenaissance. Ein besonders wertvolles Kleinod befindet sich im kleinen Ratssaal: die älteste profane Schnitzwand Deutschlands von 1462 mit reichem Figurenschmuck. Der große Festsaal, auch „Bunter Saal“ genannt, besitzt Glasmalereifenster (1939/40) die wichtige Ereignisse aus der Geschichte Stendals zeigen. Im Corpsflügel befindet sich das Arbeitszimmer des Oberbürgermeisters mit einem sehr schönen Gewölbe.

Roland

Vor der gotischen Gerichtslaube steht der steinerne Roland. Er gilt als Zeichen für die Rechte und Freiheiten der mittelalterlichen Stadt. Mit 7,80 m ist es die drittgrößte Rolandfigur in Deutschland. Diese Sandsteinfigur lehnt an einer reich verzierten Säule. Der Roland trägt einen Harnisch, auf dem Kopf einen Federschmuck, in der rechten Hand hält er das Schwert und in der linken einen Schild mit Adlerwappen mit zwei ausgezackten Quadraten. Die Rolandfigur ist eine originalgetreue Kopie aus dem Jahr 1974. Der Vorgänger, aufgestellt 1525, wurde bei einem schweren Sturm beschädigt.

Marienkirche

Die Marienkirche, die ehemalige Ratspfarrkirche, bildete den Kern der Kaufmannsstadt. St. Marien wurde am Bartholomäustag 1447 geweiht. Die große Marktkirche ist eine spätgotische, dreischiffige Hallenkirche mit Hallenumgangschor. Der Backsteinbau mit seinen ca. 82 m hohen Doppeltürmen zeugt noch heute eindrucksvoll vom Stolz und Reichtum der Stendaler Hansekaufleute.

Von der reichen Ausstattung sind noch bedeutende Stücke erhalten. Der geschnitzte, zweifach wandelbare Marienaltar um 1470, ist mit seinem üppigen Figurenschmuck das kostbarste Stück. Das schlichte Chorgestühl um 1500 ist eine altmärkische Arbeit. Die Chorschranke mit dem Apostelzyklus (ca. 1230), darüber die Triumphkreuzgruppe (14. Jahrhundert), die Renaissancekanzel von 1566, die Orgel vom berühmten Orgelbaumeister Hans Scherer dem Älteren und das Bronzetaufbecken von 1474 gehören zur qualitätsvollen Innenausstattung. Zahlreiche Epitaphien des 16. - 18. Jahrhundert geben Einblicke in das Leben und das Sterben wohlhabender Bürger von Stendal. Unter der Orgelempore befindet sich eine kostbare, noch funktionstüchtige astronomische Uhr (16. Jahrhundert). Diese Uhrenart finden Sie nur in Städten der Hanse. Der weithin hörbare Schatz von St. Marien ist das größte Geläut der Altmark mit 12 Glocken. Durch die Initiative des Fördervereins Glocken St. Marien e.V. Stendal erhielten die Glocken zum Teil neue Holzjoche. Das führte zu einer Verbesserung des Klangs bzw. zur Neuverteilung der Glocken in den beiden Türmen. Zwei besonders kostbare Glocken, „Maria“ und „Anna“, wurden 1490 vom bedeutenden niederländischen Glockengießer Gerd van Wou gegossen. Er ist auch der Schöpfer der berühmten Glocke „Gloriosa“ im Erfurter Dom. Links neben dem Eingangsportal der Marienkirche befindet sich am Stützpfeiler eine Sonnenuhr. In den Außenwänden des Umgangschores sind ein Sühnekreuz und eine Sühnetafel aus Sandstein eingefügt. Das Chordach zeigt einen ganz seltenen Zinnenkranz als Dachabschluss und darunter steinerne Wasserspeier.

Winckelmannplatz

Gegenüber von St. Marien befindet sich der Winckelmannplatz. Unter mächtigen Bäumen steht ein Denkmal für Johann Joachim Winckelmann. Es wurde 1859 für den berühmten Sohn der Stadt errichtet. Er ist der Begründer der Klassischen Archäologie und Kunstgeschichte. Als Kind eines armen Schusters wurde Winckelmann am 09.12.1717 in Stendal geboren. Er starb am 08.06.1768 durch einen Mordanschlag in Triest. Weitere Informationen über sein Leben und Wirken zeigt das Winckelmann Museum.

Fußgängerzone / Breite Straße

Wandern Sie auf der Breiten Straße in südlicher Richtung, gelangen Sie in die neu?? gestaltete Fußgängerzone, das innerstädtische Einkaufszentrum mit vielen Geschäften, Eiscafés und Restaurants. Die umfangreich restaurierten Häuser an beiden Straßenseiten stammen mit ihren schmuckreichen Fassaden aus der Gründerzeit und zeigen viele interessante Elemente des Jugendstils.

Sperlingsberg

Am Ende der südlichen Breiten Straße betreten Sie den Sperlingsberg, einen Platz mit einem Laufbrunnen von 1906. Auf der Säule steht eine Frau, die Vögel füttert. Der Volksmund nennt sie „Sperlingsida“. Sie ist ein Symbol für Wohltätigkeit und Barmherzigkeit. Der Brunnen wurde zu Ehren Dr. Friedrich Haackes aufgestellt. Der Arzt und Helfer der Armen erwarb große Verdienste während der Choleraepidemie Ende des 19. Jahrhunderts. Vom Sperlingsberg rechts können Sie in die Karlstraße gehen. Sie sehen dort das Theater der Altmark. Das Landestheater Sachsen-Anhalt Nord spielt nicht nur in der Altmark, es ist weit über die Landesgrenzen bekannt. 

Schadewachten

Eine breit angelegte Straße führt Richtung Osten zum Tangermünder Tor. Der Name „Schadewachten“ verweist vermutlich auf ein früheres Angerdorf und eine ältere Kaufmannssiedlung.

Altmärkische Museum / Musikforum Katharinenkirche

Im „Schadewachten“ befinden sich weitere spätgotische Backsteinbauten. Das frühere Katharinenkloster aus dem 15. Jahrhundert ist heute das „Altmärkische Museum“. Seit 1963 ist es in den Räumen des ehemaligen Klosters untergebracht. Das Museum gründeten 1888 Stendaler Bürger, unter anderem Dr. Fr. Haacke, um Zeitzeugnisse der Geschichte, Kunst und Kultur der Stadt und der Altmark in verschiedenen Ausstellungen zu zeigen. Neben der Dauerausstellung laden ständig wechselnde Sonderausstellungen zum Besuch ein. Sehr erholsam ist ein kurzer Abstecher in den ehemaligen Klostergarten hinter dem Museum, mit Schattengarten, Kräuterecke, Grünanlagen und den vielen Bäumen auf der Streuobstwiese. Zum Klosterkomplex gehört auch das Musikforum, die einstige Klosterkirche St. Katharinen. Mit großzügiger Unterstützung der Jütting-Stiftung konnte die einschiffige Backsteinkirche restauriert und zu einer Konzerthalle umgebaut werden. Der Stiftungssitz ist nunmehr Stendal. Das Musikforum Katharinenkirche bietet eine hervorragende Akustik. Die Ausstrahlung des Raumes wird von den verschiedenen Veranstaltern sehr geschätzt. Jährlich werden junge Nachwuchsmusiker und Wissenschaftler durch die Jütting-Stiftung gefördert.

Tangermünder Tor

Das Tangermünder Tor 1440/50 aus Feld - und Backsteinen erbaut, ist ein steinernes Zeugnis der ehemaligen Stadtbefestigung. Vortor und Zwinger wurden schon im 18. Jahrhundert abgerissen. Der Torturm ist im oberen Backsteinbereich mit vielen Schmuckformen versehen. Putzblenden, Ecktürmchen und Zinnenkränze zeugen vom Reichtum und Repräsentationsbedürfnis der Bürger unserer Stadt. Vor dem Tor liegt der Nachtigalplatz, mit einem Denkmal für den Arzt und Afrikaforscher Dr. Gustav Nachtigal (1834 -1885). Er wurde in Eichstedt bei Stendal geboren.

Bereits 1891 setzte ihm die Stadt seiner Kindheit und Jugend ein Denkmal. Der deutsche Kaiser nutzte Nachtigals fundierte Afrikakenntnisse für seine Kolonialpolitik.

Hospitalstraße

Vom Tangermünder Tor gehen Sie durch die Hospitalstraße, sie erinnert an das „Große Hospital zum Heiligen Geist“. Der Gebäudekomplex zur Rechten ist das Landratsamt. An der Kreuzung haben Sie einen Einblick stadteinwärts in die Hallstraße. Das Fachwerkhaus Nr. 28 ist eines der ältesten, noch erhaltenen und bewohnten Wohnhäuser aus dem 17. Jahrhundert.

Pulverturm

Wandern Sie die Wallpromenade weiter in Richtung Westen, gelangen Sie zu einem weiteren Backsteinbau des 15. Jahrhunderts, dem Pulverturm. Einst war er ein Wehrturm und diente zur Aufbewahrung des Pulvers. Am Turm sind noch Ansätze der alten Stadtmauer gut erkennbar.

Dom St. Nikolaus

Nach wenigen Schritten öffnet sich der Blick auf das wichtigste und größte sakrale Bauwerk der Hansestadt, den Dom St. Nikolaus. Schon 1188 gründeten Heinrich von Gardelegen und Markgraf Otto II. das Kollegiatstift. Der Neubau der spätgotischen Stiftskirche entstand ab 1420. Die in Kreuzform angelegte dreischiffige Hallenkirche beherbergt einen besonderen Schatz, einen Zyklus von 22 spätmittelalterlichen Glasmalereifenstern, die in ihrem Zusammenhang einmalig im norddeutschen Backsteingebiet sind. Die größte Orgel der Altmark mit ihren 4343 klingenden Stimmen, ertönt beim Gottesdienst und bei vielen Sommerkonzerten.

Besonders wertvoll ist auch das geschnitzte Chorgestühl von 1425/30 mit vielen aufschlussreichen Details, der gemauerte Lettner und kunstvolle Epitaphien aus dem 16. - 19. Jahrhundert.

Der Förderkreis Dom St. Nikolaus zu Stendal e.V. hat sich unter anderem die Aufgabe gestellt, die beiden Barockglocken von M. Heintze 1683 und 1691 zu sanieren.Sie sollen wieder in einen Holzglockenstuhl mit Holzjoch gehängt werden. Bereits 2005 konnte die Betglocke in Dienst gestellt werden.Um den Domplatz stehen die Freihäuser, ehemalige Wohnhäuser der Chorherren. Das Gebäude des im neogotischen Backsteinstil erbauten Landgerichts begrenzt den Platz nach Osten.

 

Der Stadtrundweg führt Sie über den Westwall oder durch die Weberstraße zum Mönchskirchhof. Auf dem früher höheren Wall standen einst die Stadtmauer mit einem inneren Holzwehrgang, mehren Wehrtürmen und vier Stadttoren. Vor dem Wall befand sich der Graben, der mit Wasser der Uchte gefüllt war. Im Norden gab es mehrere Wälle und zwei Gräben zur Sicherung der Stadt. Auf Befehl Friedrich des Großen wurden im 18. Jahrhundert die Mauer mit Türmen und zwei Stadttore abgetragen. Das Material benutzten Kolonisten zum Bau ihrer Häuser. Der Stadtwall wurde im 19. Jahrhundert abgetragen. Der Stendaler Verschönerungsverein ließ die neu gestaltete Promenade mit Bäumen bepflanzen. Noch heute umgeben die Wallanlagen die Altstadt wie ein grünes Band und laden zur Erholung und zum Spaziergang ein.

St. Anna

Am Standort Mönchskirchhof gab es im Mittelalter zwei Klöster des Bettelordens der Franziskaner. Die kleine spätgotische Backsteinkirche St. Anna aus dem 15. Jahrhundert gehörte einmal zum Nonnenkloster. Heute ist sie die Kirche der katholischen Gemeinde. Zur Ausstattung gehört ein beachtenswerter Marienaltar aus der Zeit um 1430.

Mönchskloster

Vom Mönchskloster der Franziskaner steht nur noch der zweigeschossige Bibliotheksflügel (15. Jahrhundert) mit einem älteren Kern (um 1300). Der Backsteinbau beherbergt heute die Stadtbibliothek. In dem gelben Eckhaus daneben befindet sich das Stadtarchiv. Es steht auf den Fundamenten der Ruine der ehemaligen Klosterkirche,  in der sich von 1541 - 1784 die städtische Lateinschule befand. Ebenfalls am Platz stehen die imposanten Schulgebäude des Hildebrand- und Winckelmann-Gymnasiums (1898).

 

Über den Westwall/Hartungswall erreichen Sie das prächtige Uenglinger Tor. Rechts führt der Weg durch die Kleine Knochenstraße in die Petrikirchstraße mit einem Kirchenbau aus dem 15. Jahrhundert. 

St. Petri

Die Petrikirche, ein kleiner schlichter, spätgotischer Hallenbau wurde aus Feld- und Backsteinen erbaut. Interessante Ausstattungsstücke sind der Lettner mit Apostelfiguren (13. - 15. Jahrhundert), der Hochaltar mit geschnitzten Heiligenfiguren (14. - 16. Jahrhundert) und eine bemalte Barockkanzel. Johann Joachim Winckelmann wurde in dieser Kirche am 12.12.1717 getauft. Das Geläut von St. Petri besitzt auch eine kostbare Gerd van Wou-Glocke von 1490.

Winckelmann Museum

Einige Schritte hinter der Petrikirche liegt die Winckelmann Straße. Am Ort des Geburtshauses von Johann Joachim Winckelmann steht heute ein größeres Fachwerkhaus, das Winckelmann Museum. Es wurde 1955 eröffnet und ist das einzige Museum, in dem man alles über Winckelmanns Leben und späteres Wirken in Rom sowie eine Sammlung seiner Werke in einer sehenswerten Dauerausstellung erfahren kann. Weiterhin gibt es Wechselausstellungen und Vorträge über die Altertumskunde, klassische Archäologie und Kunstgeschichte. Einmalig in Sachsen-Anhalt ist auch die Eröffnung eines „Kindermuseums“, dort können Kinder und Jugendliche Erlebnisreisen in die Antike unternehmen. Im Hof steht das größte Trojanische Pferd der Welt, es ist begehbar und bietet einen Blick auf Stendal. Das Museum befindet sich seit dem Jahr 2000 in der Trägerschaft der Winckelmann-Gesellschaft e.V.

Uenglinger Tor

Nun laufen Sie die Winckelmannstraße in nördlicher Richtung weiter und kommen zum „Alten Dorf“. Links sehen Sie das prachtvolle Uenglinger Tor. Es wurde 1450/60 errichtet. Mit seinen Verzierungen, Putzblenden, Ecktürmchen und Zinnenkränzen diente es nicht nur zur Verteidigung, sondern auch der Repräsentation des Reichtums der Hansestadt. Der Torturm ist der Rest einer größeren Toranlage und wird in kunsthistorischer Hinsicht mit dem Lübecker Holstentor verglichen. In den Sommermonaten dient das Tor als Aussichtsplattform. Von oben können Sie einen wunderschönen Ausblick über Stendal als grünen Gartenraum und seine Umgebung genießen.

Gertraudenhospital

Vor dem Tor befindet sich links das Gertraudenhospital, ein kleiner Backsteinbau mit Kapelle. Es wurde um 1370 durch Nicolaus von Bismarck und die Gebrüder Sweder gestiftet. Außerhalb der Stadt gelegen, nahm es arme Reisende und Pilger auf. Die Familie von Bismarck gehörte im Mittelalter zu den angesehensten und reichsten Patrizierfamilien der Stadt. Über mehrere Generationen stellten sie die Bürgermeister und Ratsherren. Aus diesem alten altmärkischen Adelsgeschlecht stammt auch Otto von Bismarck, der erste deutsche Reichskanzler. In Stendal gab es sieben Hospitäler, von denen nur noch das Gertraudenhospital erhalten ist. Ein Förderverein kümmert sich um die Erhaltung des Gebäudes und seine Nutzung.

Das Alte Dorf

Vom Tor aus erreichen Sie das breitangelegte „Alte Dorf“. Das ehemalige Dorf „Steinedal“ ist der älteste Siedlungsteil der Stadt. Eine Stadtmauer umgab das Alte Dorf, die Marktsiedlung, das Dorf Schadewachten und das Domviertel, damit war die Stadt Stendal entstanden. Stendal war die flächenmäßig größte Stadt der Mark Brandenburg. Am Ende der Straße steht ein Husarendenkmal, das 1913 zum 100-jährigen Jubiläum des 10. Husarenregiments in der alten Garnisonsstadt Stendal eingeweiht wurde.  

An der Kreuzung können Sie links in die Wendstraße einbiegen. Nach einigen Metern sehen Sie noch Reste der alten Stadtmauer mit einem Wiekhaus.

Jacobikirche

Am Ende des Alten Dorf erblicken Sie die Jacobikirche, vermutlich die älteste Kirche des Dorfes Steinedal. Die gotische Hallenkirche ist im 14. und 15. Jahrhundert aus Feld- und Backsteinen errichtet. St. Jacobi präsentiert sich größer und prächtiger als die Petrikirche. Von ihrer Ausstattung sind besonders sehenswert die Glasmalereifenster aus dem 14. und 15. Jahrhundert, das Chorgestühl (1430/40), und die Chorschranke mit Apostelfiguren (15. Jahrhundert). Interessant sind der Hochaltar und die bemalte Sandsteinkanzel, die 1612 Hans Hacke aus Werben schuf. Die Figur des Kanzelträgers zeigt Jacobus den Älteren, den Schutzpatron der Pilger. Die Kirche ist ein Zielort des St.-Jacobus-Pilgerweges, der durch Sachsen-Anhalt führt. Einige eindrucksvolle Epitaphien reicher Bürger und Pfarrer sind kunsthistorisch interessante Zeugnisse der Renaissance.

Stadtzentrum

Sie gehen erneut auf der Breiten Straße in Richtung Stadtzentrum. Zahlreiche Geschäfte, Kaufhäuser, Cafés und kleine Kneipen laden zum Bummeln und Verweilen ein. Der Eckbau am Winckelmannplatz zeigt moderne Kaufhausarchitektur unter dem Einfluss des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Gegenüber (Breite Str. 66), befand sich im Mittelalter als Haus der Kaufmannskompanie. Seit 1576 ist sie als Ratsapotheke nachgewiesen. Die Rückwand des Hauses ist teilweise aus Feldsteinen und darüber mit Fachwerk gebaut. Die Materialien der Vorgängerbauten sind zu erkennen, an der Giebelseite sind alte Backsteinreste wieder freigelegt.


Unsere Stadtwanderung endet wieder im Zentrum der Stadt. Im Rathaus befindet sich die Tourist-Information, dort können Sie Souvenirs, Prospekte, Postkarten u. a. von Stendal erwerben.